Worauf ist die Zunahme chronischer Erkrankungen zurückzuführen?

 

 

15.11.25

Das liegt überwiegend daran, dass wir von unserem biologischen Programm, unseren Genen und Molekülen noch aus der Zeit der Dinosaurier stammen und Millionen von Jahren alt sind. (Die Gene) und der Lebensstil haben sich aber in den letzten 200 Jahren so drastisch verändert, dass sozusagen unsere biologische Ausrüstung und unser tägliches Leben nicht mehr gut zusammenpassen. Dadurch erleben wir mehr chronische Erkrankungen. Aber wir werden natürlich auch älter. Früher sind die Leute nicht so oft 90 Jahre alt geworden. Chronische Erkrankungen beginnen heute bereits im Alter von 40 oder 50 Jahren. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Leute falsch essen, sich nicht bewegen, zu viel Stress haben, schlecht schlafen und die Umweltbedingungen sich verändert haben.

(Professor Dr. Andreas Michalsen)

[Kneipp-Journal November 2025]

 

Der Alterungsprozess

15.11.25

….. Die positive Botschaft dabei ist:

Unser individueller Alterungsprozess ist nicht schicksalhaft, sondern kann von uns selbst beeinflusst werden. Wir können ihn nachweislich über Faktoren wie Ernährung, körperliche Betätigung und unseren Lebensstil positiv „dirigieren“. Vielleicht leben wir dadurch nicht länger, aber vielleicht sterben wir dafür gesünder!

[Kneipp-Journal November 2025]

4 Tipps, die positiv auf Alterungsprozesse und Lebensqualität wirken

15.11.25

01 Durch ausreichende Bewegung in Form von moderaten Ausdauerformen wie (Nordic-)Walking, (Aqua-)Jogging, Wandern oder Schwimmen und auch ein entsprechend dosiertes (Maximal-)Krafttraining können wir dazu beitragen, Entzündungsprozesse zu verhindern oder zu reduzieren.

02 Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen. Reduzieren Sie Lebensmittel mit zugesetztem Zucker, Fleisch/Wurst (dafür Fisch), zu viel Salz, schlechte Fette, Alkohol und zuckerhaltige Getränke (auch Fruchtsäfte) und Süßigkeiten.

03 Sorgen Sie für einen guten und ausreichenden Schlaf. Im Schlaf findet unsere Regeneration statt. Das gehirneigene Säuberungssystem (das glymphatische System) braucht genauso wie der Körper die Ruhephase, um abgestorbene und damit schädliche Zellen abzutransportieren und neue Zellen aufzubauen.

04 Schützen Sie sich vor UV- und Röntgenstrahlung. Beides ist Belastung für unsere Zellen und wirkt negativ auf unsere Telomere.

[Kneipp-Journal November 2025]

 

 

Massai und Kikuyu

14.12.25

In das Geheimarchiv der Ernährungslehre verschwand auch der Kenya-Medical-Department-Annual-Report Discussion of the Massai and Digo Findings in Relation to the State of the Public Health of the Colony as a Whole, gedruckt in Nairobi 1935. Damit trat der Director of the Medical Services, A. R. Patterson, dem weltweit verbreiteten und nur allzu gern geglaubten Bericht von Sir John Boyd Orr und von Gilks im British Medical Council entgegen und entkräftete ihn.

Die Massai, Herrscherkaste an den großen Seen, waren als prächtige und gesunde Kriegerhirten der Kikuyu-Landbevölkerung gegenübergestellt, welche als kleiner und schwächlich hingestellt wurden. Die Massai lebten einseitig von Fleisch, Milch und Blut (aus den geritzten Halsadern der Ochsen gezapft), die Kikuyu fast nur von Pflanzennahrung.

Patterson erhob, dass bei den Massai die Zeit kräftigen Mannestums überaus schnell zu Ende ging und dass sie meist lange vor der Lebensmitte an mancherlei Leiden erkrankten: chronischer Dyspepsie, Paradentose, rheumatische Arthritis, Arteriosklerose, im Eiter wackelnde Zähne, steife und schmerzhafte Gelenke und Muskeln, früh verkrüppelt, gekrümmt und Infektionen erliegend, während die Kikuyu viel gesünder waren und Julian Huxley 1932 in der African Review von Kikuyu-Frauen berichten konnte, wie sie 115 Kilogramm schwere Lasten auf dem Rücken durch Nairobi trugen.

[aus „Geheimarchiv der Ernährungslehre“]

Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet.

Die moderne Lebensweise kann Untätigkeit fördern – im Sinne eines deutlichen Mangels an körperlicher Bewegung. Lange Sitzzeiten im Büro, wenig Bewegung im Alltag und eine Freizeitgestaltung, die häufig von digitalen Medien geprägt ist, führen zu einem Bewegungsmangel, der langfristig die Gesundheit schwächt. Rückenschmerzen, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nur einige der möglichen Folgen. Doch auch psychische Belastungen wie Stress und depressive Verstimmungen werden durch Inaktivität begünstigt. Ein aktiver Lebensstil ist daher essenziell, um Körper und Geist gesund zu halten. Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin, betont, dass etwa 91 % des Alterungsprozesses durch individuelle Lebensgewohnheiten beeinflusst werden können, während genetische Faktoren nur eine untergeordnete Rolle spielen. Michalsen unterstreicht die Bedeutung einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Fastenpraktiken für ein gesundes Altern. Er betont, dass ungesunde Lebensgewohnheiten oft innerhalb von Familien weitergegeben werden, was zu der fälschlichen Annahme führen kann, dass genetische Faktoren eine größere Rolle spielen als es tatsächlich der Fall ist. Diese Erkenntnisse legen nahe, dass jeder Einzelne durch bewusste Lebensstilentscheidungen maßgeblich zu seiner Gesundheit und Langlebigkeit beitragen kann.

[Kneipp-Journal März 2025]